Als 1858 der Schützenverein, damals Schützengesellschaft, gegründet wurde, hatten die Schützen kein eigenes Schützenheim in dem sie sich treffen konnten. Die einzige Möglichkeit war, um seine Freude am Schießsport zu haben, auf den eigenen Hügeln zu trainieren. Da das Dorf sehr schön gelegen war, an der Adelegg (Alpenauslauf) bot sich diese Gelegenheit gut an.
Ein Teil der Schützen schoss mit Feuerstutzen von Mösle’s Berg 300 Meter in Richtung Kink’s Berg. Der andere Teil absolvierte sein Training ebenfalls mit Feuerstutzen von Keybach’s Berg in Richtung Fischer’s Berg.
Einige Jahre später wurde die Weite verkürzt und auf beiden Hügeln mit Kleinkaliber geschossen. Auch existierte eine Böllerhütte auf Keybach’s Berg von dem aus die Feiertage begrüßt wurden.
Viele Schützenscheiben, die im heutigen Vereinshaus hängen, lassen nur einen Bruchteil des damaligen Vereinsleben erahnen.
1903 war die erste Fahnenweihe der inzwischen umbenannten Schützengesellschaft in Zimmerschützengesellschaft.
Dann kamen die beiden Weltkriege.
Während beim Ersten das Vereinsleben teilweise weiterging, kam es beim Zweiten vollkommen zum Stillstand.
Die Wiedergründung des „Schützenvereins Rohrdorf“ fand 1949 statt. Mit der Eintragung beim Amtsgericht als „eingetragener Verein (e.V.)“.
Doch leider waren die finanziellen Mittel nicht vorhanden, um ein eigenes Schützenheim zu schaffen. Fam. Würtenberger, denen das Gasthaus „Zum Kreuz“ gehört, stellte dankbarer Weise ihre Räume zur Verfügung. Zu Anfang wurde von einem Zimmer aus durch einen Kamin und durch den Hausgang geschossen. Selbstverständlich musste man aufpassen, wenn neue Gäste kamen, dass sie nicht getroffen wurden. 9 Jahre später, also 1958, stellte Fam. Würtenberger einen kleinen Festraum zur Verfügung. Aber leider war er nicht lang genug. Deshalb machte man in einer Wand drei Öffnungen mit kleinen Türchen, durch die die Seile gespannt wurden und in den anderen Räumen geschossen werden konnte. Vor jedem Training stellte der Verein drei Stände (die Eigentum des Vereins waren) auf und baute sie danach wieder ab, da der Raum auch für andere Anlässe des Gasthauses genutzt wurde.
Im Juni 1970 kam dann die zweite Fahnenweihe mit neuer Fahne, mit der der Verein auch noch in der heutigen Zeit an Festumzügen und Festlichkeiten teilnimmt. Damals feierten die Schützen aus 17 Vereinen und Freunde aus Nah und Fern drei Tage lang dieses Fest. Die eigentliche Chance des Schützenvereins auf ein eigenes Heim kam 1994 mit dem Bau eines Vereinshauses der Gemeinde. Mit viel Eigenleistungen der einzelnen Vereine (Musikverein, Landjugend, Landfrauenverein, Feuerwehr und Schützenverein) konnte dann 1995 das Vereinshaus bezogen werden.
2025 wurde der Schießstand von Seilzugtechnik + Papierscheiben auf eine elektronische Schießanlage der Firma Meyton umgerüstet mit moderner Meßtechnik und automatischer Trefferauswertung. So entfällt das händische Auswerten der Schießscheiben.